Buchherausgabe

 

Lichtenburg.
Ein deutsches Konzentrationslager

Stefan Hördler · Sigrid Jacobeit (Hrsg.)

An die Peripherie des öffentlichen Gedächtnisses gedrängt, nahm Lichtenburg in Prettin an der Elbe eine Schlüsselposition im System der Konzentrationslager ein. Von Juni 1933 bis Mai 1939 fungierte der ehemalige Witwensitz der sächsischen Kurfürsten als Experimentierfeld für männliche und weibliche Schutzhaft. Die Doppelrolle als monolateral geführtes Männer- und Frauen-KZ ist singulär in der Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Das Frauenlager war zudem das erste seiner Art und diente 1937 bis 1939 als zentrales Schutzhaftlager für das Deutsche Reich. Darüber hinaus wurde Lichtenburg von 1941 bis 1945 als frühes Außenlager des KZ Sachsenhausen genutzt.

Der Sammelband umfasst grundsätzliche Studien zur Verortung und Bedeutung des KZ Lichtenburg im Lagersystem der Vorkriegszeit, untersucht ausgewählte Aspekte der Geschichte des Männer- und Frauenlagers und widmet sich seiner Nutzung als Kaserne der SSTotenkopfverbände, als SS-Versorgungslager, SS-Hauptzeugamt und KZ-Außenlager im Zweiten Weltkrieg. Konzeptionelle Überlegungen für einen neuen Dokumentations- und Gedenkort KZ Lichtenburg beschließen den Band.

 

Dokumentations- und Gedenkort
KZ Lichtenburg

Konzeption einer neuen Dauerausstellung für Werkstattgebäude und Bunker

Stefan Hördler · Sigrid Jacobeit (Hrsg.)

Der Entwurf einer neuen Dauerausstellung umfasst sowohl die Funktion und Bedeutung des Konzentrationslagers Lichtenburg im KZ-System als auch dessen Vor- und Nachgeschichte in Beziehung zum städtischen „Feld“ von 1580 bis 2008. Lichtenburg als regionaler Raum stellt einen Modellfall für Handlungs- und Herrschaftsmuster im NSRegime dar wie gleichsam im Wechsel der Systeme vor 1933 und nach 1945.

Die Konzeptionsschrift wurde von Studierenden des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin erarbeitet.

AK Schloss u. Gedenkstätte Lichtenburg e.V. mpunktfpunkt 2004 | typo3