|
Im Sommer 2002 fanden sich Studierende zusammen, um über die Situation der Lichtenburg zu diskutieren. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Schlosskomplex Lichtenburg in einem fast ruinösen Zustand. Bislang wurden nur die nötigsten Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Es gab keine angemessene museologisch betreute Gedenkstätte, abgesehen von einigen der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Zellen und einer Kranzablegestelle.
Eine Ausstellung, die über die Hintergründe dieses Lagers informiert, war in ihren jüngsten Teilen aus dem Jahre 1978. Sie war veraltet und wurde diesem Ort nicht mehr gerecht. Die Gedenkstätte war Teil des Kreismuseums und wurde als Außenstelle unzureichend betreut. Die Geschichte des Schlosses und des Konzentrationslagers waren weitgehend unerforscht.
Das Schloss stand zum Verkauf. Konzepte für eine gelungene Zweitnutzung des Schlosses oder für eine zukunftsweisende Gedenkstättenarbeit existierten nicht. Über die bisherige Tatenlosigkeit erstaunt stand fest: Es musste etwas unternommen werden. Als Ergebnis entstand der "Arbeitskreis Schloss und Gedenkstaette Lichtenburg e.V.".
Ein Ziel des Vereins ist es, die Grundlagen für eine neue Gedenkstätte sowie eine gedenkstättenverträgliche Zweitnutzung zu schaffen. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit dem Land Sachsen-Anhalt, der Stadt Prettin und KZ-Gedenkstättenleitern der Region. Bislang ist es uns gelungen, die Lichtenburg zum Gegenstand der akademischen Forschung und Auseinandersetzung zu machen.
Durch unsere verschiedenen Projekte und durch den Dialog mit Stiftungen und Verbänden auf verschiedenen Veranstaltungen bleibt die Lichtenburg Bestandteil des öffentlichen Lebens.
Wir sind im Wesentlichen eine studentische Initiative, die sich aus Menschen verschiedenster Fachrichtungen (Bauingenieurwesen, Architektur, Denkmalpflege, Geschichte, Politik, Museologie, Ethnologie, Pädagogik...) und Interessen zusammensetzt und die auf Spenden angewiesen ist. Unsere finanziellen Mittel sind sehr begrenzt. Der Verein ist in Berlin und Weimar organisiert.
|