Sommerlager 2004

Abschlussbericht

Bildquelle: MZ, 2004

Zeitraum: 26. Juni bis 10. Juli 2004

Das Sommerlager von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. und dem AK Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V. fand in der Lichtenburg in Sachsen-Anhalt statt. Die 8 TeilnehmerInnen im Alter von 17-25 Jahre kamen aus Deutschland, Bulgarien, Polen, Tschechien und Rumänien. In der zweiten Woche fuhren die Teilnehmer für 5 Tage nach Ravensbrück. Die öffentliche Abschlusspräsentation fand am 09. Juli im Schloss Lichteburg statt.

In der ersten Woche in der Lichtenburg wurde sich zunächst mit der Thematik des Konzentrationslagers Lichtenburg als Männer- und Frauenkonzentrationslager durch eine Führung und das Aneignen verschiedener Literatur und Zeitzeugenberichten beschäftigt. Hierbei wurden Ideen erarbeitet, wie man die Geschichte des Schlosses als KZ breiter an die Öffentlichkeit bringen kann.

So entwickelten sich zwei Ideen, die in Ravensbrück ihre Umsetzung fanden. Zunächst sollte für die Gedenkstätte eine Broschüre erarbeitet werden, die die Geschichte des ehemaligen KZ beinhaltet. Da eine Broschüre zu dieses Geschichte des Schlosses bisher nicht vorhanden war, wurde diese von den TeilnehmerInnen des Sommerlagers entwickelt und gleichzeitig in Englisch und Tschechisch übersetzt. Diese Broschüre bietet somit Besuchern von außerhalb die Möglichkeit, sich detailliert über die Geschichte des ehemaligen KZ in Verbindung mit der Ausstellung zu informieren.

Besonders wichtig erschien uns hierbei die englische Übersetzung, da es auch ausländische Besucher gibt, die das Schloss besuchen und leider keinerlei Infomaterial in Englisch erhalten können. Deshalb wurden gleichzeitig zu der Broschüre der Gedenkstätte noch zwei weitere schon in deutsch vorhandene Broschüren zu dem Kreismuseum von den TeilnehmerInnen übersetzt.

Da eine wissenschaftliche Herangehensweise von einem Sommerlager nicht gewährleistet werden kann, bietet sich für hierfür eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik an. Somit entstand die Idee, Leinen mit Aussagen von Häftlingen und des Lageralltags zu besprühen, die auf den vorderen Schlosshof aufgehängt werden sollten, um Besucher auf die Geschichte des Schlosses in einer anderen Herangehensweise aufmerksam zu machen.

Neben der inhaltlichen Arbeit im Schloss konnten sich die Teilnehmer auch praktische betätigen, indem sie in der Gärtnerei Steine sortierten, die ein Verwendung in der Lichtenburg finden sollen.

Während der ganzen thematischen Arbeit blieb dennoch Zeit, um eine Fahrradtour nach Lutherstadt-Wittenberg zu machen und mit den Bürgern Prettins in Kontakt zu kommen.

Nachdem das Sommerlager nach einer Woche zunächst für einen Ausflug in die Hauptstadt fuhr, ging es dann am gleichen Tag weiter nach Ravensbrück. Dort bekamen die TeilnehmerInnen eine Führung über das Gelände des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers, um eine Überblick über die Geschichte der Nutzung von Konzentrationslagern nach 1939 am Beispiel Ravensbrück zu bekommen.

Wichtig hierbei war auch die Zeitzeugenbegegnung mit Helga Luther, ehemaliger Häftling im Frauenkonzentrationslager, die dort als Krankenschwester gearbeitet hat. So war es möglich, einen anderen Blick auf diese Zeit durch eine Zeitzeugin zu bekommen.

In Ravensbrück bestand die Möglichkeit durch die dort vorhandene Literatur einen allgemeinen Überblick über die NS- Zeit und die Geschichte des KZ Ravensbrück zu bekommen, welche auch in verschiedenen anderen Sprachen den SommerlagerteilnehmerInnen zur Verfügung stand. Durch die uns in der Gedenkstätte zur Verfügung stehenden Kapazitäten der Nutzung von Computer und Kopierer konnten wir somit das Layout der Broschüre für das ehemalige KZ Lichtenburg fertig stellen. Weiterhin wurden die Leinen, nach intensiver Erarbeitung der Schablonen, besprüht.

Nach Beendigung der Arbeiten ging es dann noch mal zurück nach Prettin, wo am Freitag, den 09. Juli eine Abschlusspräsentation der Sommerlagerergebnisse im Schloss stattfand. Hierfür waren auch Vertreter verschiedener Interessengemeinschaften eingeladen. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass Vertreter von CDU und PDS den Weg zu der Abschlusspräsentation fanden.

Die Bürgermeisterin Frau Welz betonte bei der Abschlusspräsentation die Wichtigkeit von Jugendlichen in Prettin. Deshalb wünscht sie sich, dass auch im nächsten Jahr ein oder mehrere Sommerlager in Prettin stattfinden können. Den Rückhalt der Stadt haben wir.

 

Ich danke vor allem der Hansche-Stiftung, die uns die Arbeiten in Ravensbrück ermöglichten und Frau Welz, die uns mit Rat und Tat, Essen und Unterkunft stetig zur Seite stand.

 

Katrin Bahr

AK Schloss u. Gedenkstätte Lichtenburg e.V. mpunktfpunkt 2004 | typo3